Springe zum Inhalt

Kjartan

Kommt die Südsee zurück über die Alb?

Noch raunt man sich von Höhle zu Höhle Geschichten zu von Kjartan, dem Schamanen auf dem Heuberg. Angesichts der täglichen Klimakatastrophe ist es aber fraglich, ob diese Landschaft noch eine Zukunft hat. Was bringt der Juni für Kjartan,  muss er damit rechnen, dass eines Tages wieder eine Südsee kommt und die Kalkberge in Korallenbänke zurückverwandelt?

KI weiß mehr.  Nein, Kjartan muss im Juni – und auch in absehbarer geologischer Zukunft – nicht damit rechnen, dass eine neue Südsee den Großen Heuberg überflutet. Die Kalkberge der Schwäbischen Alb bestehen zwar tatsächlich aus den versteinerten Korallenriffen und Sedimenten eines jurassischen tropischen Meeres, doch eine Rückverwandlung steht nicht bevor.
Vor rund 150 Millionen Jahren (im Oberen Jura) lag die Region des heutigen Heubergs am Grund eines flachen, warmen Mittelmeers (Tethys), in dem gigantische Korallenbänke und Schwammriffe wuchsen. Durch die Kollision der afrikanischen und europäischen Erdplatten wurden diese Kalkmassen angehoben und bilden heute die Schwäbische Alb.
Geologische Prozesse bewegen sich in Jahrmillionen. Der Heuberg liegt heute mehrere hundert Meter über dem Meeresspiegel. Selbst beim vollständigen Schmelzen aller polaren Eiskappen würde der globale Meeresspiegel um maximal 60 bis 70 Meter steigen – die Kalkberge bleiben also trocken.
Für Kjartan bringt der Juni auf dem Heuberg vor allem den Sommeranfang und die Sommersonnenwende (Litha). Statt kosmischer Fluten erwarten ihn im Juni Naturrituale: Die Feier der höchsten Sonnenkraft, das Sammeln von kraftvollen Mittsommerkräutern und die spirituelle Arbeit mit den Kräften der Natur. 
Die Erdgeister des Heubergs bleiben fest verankert. Die Korallen von einst bleiben versteinertes Zeugnis der Vergangenheit, behalten aber in der schamanischen Arbeit ihre uralte Meeresenergie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert