Immer wieder der gleiche linke Nonsens
Von Hans-Peter Hörner, AfD-MdL-Baden-Württemberg.
Man lese: „Was Deutschland und Frankreich gemeinsam haben: Wer aus einer wohlhabenden Familie kommt und wessen Eltern Akademiker sind, hat im Schnitt bessere Chancen auf höhere Bildungsabschlüsse. Wer solche Voraussetzungen hat, kann auch mangelnde Sprachkenntnisse eher aufholen. Die anderen müssen Hürden überwinden, die häufig kaum sichtbar sind.“ Mit diesem offenkundigen Unfug versucht die Parlamentskorrespondentin der Rheinischen Post, die angeblichen Schülerproteste in Frankreich zu erklären und warnt vor ähnlichen Entwicklungen in der Bundesrepublik.
Mal davon abgesehen, dass es sich bei der gewalttätigen Randale auf französischen Straßen nicht um Schülerproteste gegen marode Schulen und den Lehrermangel in Frankreich handelt, wie vom Mainstream-Journalismus suggeriert werden soll, erkennt man sofort den klassenkämpferischen Duktus der links gewirkten Schreiberlinge. Denn eines ist – allerdings nicht allen – mittlerweile klar: In Deutschland steht rechtlich grundsätzlich – unabhängig von Herkunft oder Einkommen – jedermann jeder Bildungswege offen!
Ein Kind aus einer Arbeiterfamilie ist nicht vom Gymnasium oder Studium ausgeschlossen. Über BAföG, Gebührenfreiheit an staatlichen Schulen und überwiegend gebührenfreie Hochschulen gibt es erhebliche staatliche Ausgleichsmechanismen für unterschiedliche sozial-familiäre Hintergründe. Das tatsächlich beobachtete Bildungsgefälle und die Korrelation mit prekären sozio-ökonomischen Verhältnissen und schlechteren Schulleistungen hat komplexere Ursachen als das billige Klassenkampftrickszenario mit den hungernden, schmutzigen Arbeiterkindern, die schuften müssen, damit die 16 Geschwister durchkommen.
Das Problem ist nämlich komplexer: Zum Beispiel macht die sogenannte Migration einen wichtigen Teil des Problems aus. Sozial schwache und Familien mit Migrationshintergrund überschneiden sich als Gruppen in Deutschland stark. Bei PISA 2022 galten 42 Prozent der Schüler mit Migrationshintergrund als sozioökonomisch benachteiligt, zudem sprachen 63 Prozent der Schüler mit Migrationshintergrund zu Hause überwiegend eine andere Sprache als die Testsprache. Ein erheblicher Teil der gemessenen Bildungsungleichheit hängt also mit Sprachkenntnissen und der Zusammensetzung der Zuwandererpopulation zusammen.
Gleichzeitig bleibt natürlich ein Zusammenhang mit sozialer Herkunft bestehen, und es ist eine Binsenweisheit: Eltern mit höherer Bildung können etwa bei Hausaufgaben helfen, Nachhilfe finanzieren, Bildungsentscheidungen besser einschätzen oder ihren Kindern frühzeitig einen größeren Wortschatz vermitteln. Wenn allerdings aus dieser Korrelation heraus unsichtbare gesellschaftliche Schranken oder fehlende Zugänglichkeit zu Bildung für „Arme“ imaginiert werden, wird es fragwürdig. Bei uns hier in der Bundesrepublik gehört zur vollständigen Darstellung (leider) zwingend der Migrations- und Sprachfaktor. Ihn wegzulassen und jede Mangelleistung unter „soziale Herkunft“ zu subsumieren, erzeugt ein völlig verzerrtes Bild und lenkt den Fokus von der Migrations- und Integrationsproblematik auf vermeintliche soziale Missstände – die natürlich nur von der politischen Linken gelöst werden können.
Dabei gilt: Der Staat kann Bildungsungleichheit durch geeignete Maßnahmen beeinflussen, aber er kann das Bildungsniveau der Eltern nicht einfach angleichen. Wenn Eltern wenig lesen, ihren Kindern sprachlich wenig mitgeben und Bildung in der Familie einen geringen Stellenwert besitzt, lässt sich dieser Unterschied durch die Schule kaum kompensieren.
(pi-news.net)
