Deutschlands Bildungskrise ist vor allem eine Integrationskrise
Von HANS-PETER HÖRNER
Nun ist es „amtlich“: Deutschland erreicht bei PISA 2025 einen neuen Tiefstand – gegenüber 2022 hat die Bundesrepublik zwischen sieben und 15 Punkte verloren. Wahnsinn. Die Leistungen liegen in den Bereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften so niedrig wie bei keiner früheren deutschen PISA-Erhebung. Deutschland liegt damit nahe am OECD-Durchschnitt – und damit lässt sich als frühere „Bildungsnation“ wahrlich nicht prunken.
Besonders alarmierend ist die wachsende Risikogruppe der nahezu kompletten Bildungsverlierer: 34 Prozent der 15-Jährigen verfehlen in Mathematik das grundlegende Kompetenzniveau, im Lesen sind es 32 Prozent und in Naturwissenschaften 27 Prozent. Zur Leistungsspitze gehören dagegen lediglich acht, sieben beziehungsweise neun Prozent. Seit 2015 nahm der Anteil leistungsschwacher Jugendlicher um 17 Prozentpunkte in Mathematik, 15 Punkte im Lesen und zehn Punkte in Naturwissenschaften zu.
Wer sich diese Entwicklung anschauen muss, kommt am Thema „Migration“ nicht vorbei. Der Anteil der Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte stieg laut OECD zwischen 2012 und 2022 von 13 auf 26 Prozent. Das Schulsystem musste somit innerhalb eines Jahrzehnts eine ethnisch und kulturell stark veränderte Schülerschaft aufnehmen – mit extrem häufigem zusätzlichem Sprachförderbedarf. Ein erheblicher Teil der pädagogischen Probleme ist also nicht unbedingt zwangsweise im Unterricht entstanden, sondern besonders auch durch eine aus dem Ruder gelaufene Migrationspolitik. Mangelhafter Wille der Migranten zur Selbst-Integration wirkt in den Schulen zusätzlich kontraproduktiv.
Dabei kommen beträchtliche Leistungsunterschiede heraus: Bei PISA 2022 lagen Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte in Deutschland in Mathematik 59 Punkte und im Lesen 67 Punkte hinter Jugendlichen, „die schon länger hier wohnen.“ Nach in gewisser Hinsicht angeblich bereinigender Berücksichtigung des sozioökonomischen Hintergrunds blieben 32 beziehungsweise 40 Punkte übrig (OECD-Länderbericht Deutschland 2022).
Migration ist allerdings keine vollständige Erklärung für das deutsche Super-Debakel. PISA kann nämlich außerdem nur Zusammenhänge beschreiben, aber nicht aufzeigen, welcher Faktor den nationalen Leistungsabfall verursacht hat. Wir dagegen schon, denn da war doch was…? Ja, die 68er-Bildungspolitik hat auf dem Nährboden der Unis auch die Schulen durchwuchert. Und zwar mit weitgehender Neutralisierung des Leistungsprinzips, mit einer Kuschel- und Reformpädagogik, mit dem Einebnen von Bildungsstandards und dem Verunmöglichen einer Bildungselite durch das „Abi für alle“.
Der Raubbau an Deutschlands wichtigstem Rohstoff, der Bildung, der Ausbildung, wird sich noch bitter rächen. Das wird später zu spüren sein, als die aktuell forcierte Deindustrilalisierung, die kommt schnell. Die ganze Tragweite des bundesdeutschen Politikversagens der Altparteien bei der Gestaltung der Zukunft unseres Landes lässt sich erst dann wirklich belastbar abschätzen, wenn die Bundesrepublik auch auf dem Gebiet der Bildung international die allerletzte Geige spielt. PISA 2025 beweist: Wir haben in Richtung dieses Status ordentlich Fahrt aufgenommen.
(pi-news.net)
