Feder- gegen Schwergewicht
Von WOLFGANG HÜBNER
Es gibt Pflichten für Staatsmänner, die unsereinen vollkommen überfordern würden: Nämlich sich 20 Minuten mit der Merz-Marionette Johann Wadepuhl an einen Tisch zu setzen, um sich dessen Tiraden über Ukraine-Unterstützung und deutsche Stärke anzuhören. Doch Russlands bewundernswert abgehärtetes diplomatisches Schlachtross Sergey Lawrow hält selbst das aus. Um allerdings am Ende festzustellen, das hätte der deutsche Außenminister auch mit einem Telefonat erledigen können.
Doch Wadepuhl hatte von seinem Kanzler sicher die Anweisung bekommen, mit der Lawrow-Begegnung in New York deutschen Wählern den Eindruck zu vermitteln, die Bundesregierung sei irgendwie gesprächsbereit gegenüber dem „ewigen Feind“ Russland. Denn soviel hat selbst Merz aus den letzten Wahlen gelernt: Die Erfolge der AfD und, wenngleich in geringerer Weise, der Wagenknecht-Partei BSW haben nicht wenig mit dem Unmut im Volk über die vielen veruntreuten Steuergeldmilliarden ins Korruptionsloch Kiew und der gefährlichen Konfrontation gegenüber Moskau zu tun.
Weder innen- noch außenpolitisch sieht es für die Merz-Regierung gut aus. Sie hat außer Schulden, Aufrüstung und sozialen Einschnitten für die Masse der Bevölkerung nichts im Angebot. Russland zu isolieren oder gar in die Knie zu zwingen, wird auch nicht gelingen. Was bleibt da mehr als durchschaubare Täuschungsversuche wie jenen des verknautschten Johann auf für ihn viel zu großer Bühne?
(pi-news.net)
