Als die attische Demokratie geboren wurde
Von RAINER K. KÄMPF
Es war einmal … Vor langer Zeit, irgendwann so um das 4. und 5. Jahrhundert vor Beginn unserer Zeitrechnung, begab es sich im alten Athen, daß ein paar Männer die Idee hatten, ebensolchen aus ihrer Mitte das Recht zu übertragen, in ihrem Sinne über das Gemeinwohl zu entscheiden.
Die Geburtsstunde der attischen Demokratie. Um gleich vorab etwas richtigzustellen: Die alten Athener waren klar im Kopf strukturiert. Deshalb ist deren Original in keiner Weise mit der zu unserer Zeit verunstalteten Abart vergleichbar. Vom abgekupferten Namen mal abgesehen.
Schon damals waren die sich dessen bewußt, daß man nicht Krethi und Plethi das evklusive Bürgerrecht übertragen durfte, sondern nur dafür befähigten Mitgliedern der Gesellschaft. Also freien erwachsenen Männern mit durchweg athenischer Herkunft, die zudem noch wertschöpfend zum Gemeinwohl beitrugen.
Sklaven, Zuwanderer und Frauen blieben außen vor. Und, vertraut man der Geschichtsschreibung, funktionierte das Original damals einigermaßen gut. Bis es im Laufe der Zeit verwässert wurde.
Schon Friedrich Schiller fiel das auf, als er seinen Demetrius deklamieren ließ: „Der Staat muß untergehn, früh oder spät, Wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet. “
Geraume Zeit später dann ging Winston Churchill ein Licht auf und er kam am 11. November 1947 zu dem Schluß: „Die Demokratie ist die schlechteste Regierungsform – mit Ausnahme von all den wichtigsten und anderen Regierungsformen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.“
Die meisten Menschen haben dummerweise die Angewohnheit, Erfahrungen und Weisheiten der Altvorderen in den Wind zu schlagen, und wider Sinn und Verstand gegen die Vernunft laborieren zu wollen.
Dann kommt halt so ein Murks heraus wie UnsereDemokratie™, das Krebsgeschwür, das vergnüglich wuchern durfte im Schatten des Experiments, das wertvolle Recht an der Wahl zu verschleudern und damit so zu diskreditieren, daß es als zerstörerischer Bumerang zurückschlägt.
(pi-news.net)
