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Ulf Poschardt: Linke Machtübernahme

Niedergang der Hauptstadt ist nur die Ouvertüre zum Niedergang des ganzen Landes

Von David Cohnen

Ulf Poschardt beschreibt Berlin als politisches Versuchslabor für eine mögliche linke Bundesregierung im Jahr 2029. Die geplante Zusammenarbeit von SPD, Grünen und Linkspartei ist für ihn kein gewöhnliches Koalitionsbündnis, sondern Ausdruck einer weitreichenden politischen und gesellschaftlichen Verschiebung. Eine Partei, deren radikale Kräfte Enteignungspolitik, Antisemitismus und ein antiwestliches Weltbild verkörperten, werde durch die Regierungsbeteiligung salonfähig gemacht, während ihre tatsächlichen politischen und gesellschaftlichen Milieus auf der Straße längst ihr aggressives Gesicht zeigten.

Poschardt sieht darin eine Entwicklung, die an die DDR erinnert: Aus revolutionärem Radikalismus entsteht ein autoritäres, bürokratisches Spießerprojekt. Die heutige Linke sei dabei längst nicht mehr eine Randerscheinung, sondern bilde das neue ideologische Zentrum einer politischen Bewegung, die mit den Grundwerten der Bundesrepublik immer weniger gemein habe.

Eine wesentliche Verantwortung für diese Entwicklung gibt Poschardt dem bürgerlichen Lager selbst. Die von staatsnahen Medien und staatlich finanzierten NGOs unterstützten Demonstrationen gegen rechts seien für ihn zum Instrument einer autoritären Meinungsbildung geworden. Die sogenannte Brandmauer habe den politischen Diskurs so weit nach links verschoben, dass inzwischen die politische Linke als vermeintliche Mitte gelte und alles rechts davon pauschal als nationalsozialistisch diffamiert werde. Das Bürgertum habe durch seine eigene politische Anpassung den Widerstand gegen diese Entwicklung weitgehend aufgegeben.

Besonders scharf fällt seine Abrechnung mit SPD und Grünen aus. Sie hätten ihre vermeintliche politische Mitte nicht verloren, sondern seien vielmehr bei ihren eigentlichen ideologischen Positionen angekommen: Kapitalismusfeindlichkeit, Antiamerikanismus und Antisemitismus. Dass diese politischen Kräfte überhaupt regierungsfähig seien, verdankten sie ausgerechnet jenen Bürgern, deren Leistungsbereitschaft, Innovationskraft und wirtschaftliche Produktivität die Grundlage des Wohlstands bildeten, den die Linke mit ihrer Politik gefährde.

Poschardt diagnostiziert eine intellektuell und kulturell verarmte Linke, die mit einer rückwärtsgewandten Utopie aus dem 19. Jahrhundert und einer antikapitalistischen, antikolonialen Ideologie das Land verändern wolle. Während in deutschen Städten Polizisten verletzt, Geschäfte geplündert, antisemitische Parolen gerufen und Barrikaden angezündet würden, fänden sich weiterhin Journalisten, die solche Vorgänge ideologisch rechtfertigten.

Auch die politische Rechte kommt bei Poschardt nicht ungeschoren davon. Die FDP habe sich selbst aufgegeben, die Union verliere sich in Orientierungslosigkeit und Teile ihres politischen Personals biederten sich weiterhin einem linken Medienmilieu an. Gleichzeitig sei die Rechte intellektuell und kulturell kaum in der Lage, den gesellschaftlichen Stimmungswandel für sich zu nutzen. Wer sich stattdessen in rassistischen Äußerungen über Namen und Herkunft politischer Gegner erschöpfe, habe die eigentliche politische Herausforderung nicht verstanden.

Seine wirtschaftliche Prognose ist entsprechend düster: Eine linksradikale Landesregierung in Berlin werde den wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands beschleunigen. Notwendige Strukturreformen blieben aus, während die Union durch ihre Untätigkeit, insbesondere bei der staatlichen Finanzierung politisch einflussreicher NGOs, entscheidende strategische Fehler begangen habe.

Poschardts zentrale Anklage lautet damit: Der Niedergang Deutschlands ist für ihn nicht allein das Ergebnis einer verfehlten Politik der Linken. Er ist ebenso das Ergebnis eines Bürgertums, das seine eigenen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Grundlagen nicht mehr verteidigt, sondern an ihrer Demontage mitwirkt. Die politischen Gegner müssen das Land nicht erst erobern – die bürgerliche Mitte hat ihnen den Weg dafür selbst freigemacht.

Der vollständige Originalbeitrag von Ulf Poschardt erschien am 1. November 2026 in WELT:

Linke Machtübernahme: Der Niedergang der Hauptstadt ist nur die Ouvertüre zum Niedergang des ganzen Landes – WELT

PS: Die von Poschardt beschriebene gesellschaftliche Entwicklung lässt sich nicht losgelöst von der Migrationspolitik betrachten. Die Folgen einer ungesteuerten Zuwanderung, die damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen und die langfristigen Auswirkungen auf die Entwicklung Deutschlands verdienen eine wesentlich differenziertere Betrachtung, als sie in der politischen Auseinandersetzung üblicherweise stattfindet.

Mit diesen Fragen und ihren gesellschaftlichen Konsequenzen beschäftige ich mich ausführlicher in meinem Buch. Wer sich mit den Hintergründen und möglichen Folgen dieser Entwicklung auseinandersetzen möchte, kann unter dem folgenden Link einen Teil des Buches lesen. Das vollständige Werk ist dort auch als E-Book und gedruckte Ausgabe erhältlich:

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