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Verzweiflung

Wir sind alle nur „Vulgärdemokraten“!

Von WOLFGANG HÜBNER

Frank-Walter Steinmeier ist kein glücklicher Bundespräsident. Das Ende seiner zweiten und letzten Amtszeit vor Augen, weiß er schon, nie etwas Bleibendes in zehn Jahren gesagt, getan oder gemahnt zu haben. Und vom Volk geliebt wird der einstige Linksradikale, der zur Verkörperung eines kalten Politbürokraten wurde, auch ganz und gar nicht. Da kann einem Spitzendemokraten wie ihn schon einige Verzweiflung packen. Das muss der Grund sein, warum Steinmeier den Festakt zum 75-jährigen Bestehen des Bundesverfassungsgerichts zur Volksbeschimpfung nutzte.

Der Bundespräsident hat nämlich herausgefunden, dass es neben Sozialdemokraten, Christdemokraten, Freidemokraten, Gründemokraten oder Linksdemokraten auch die immer größer werdende Gruppe von „Vulgärdemokraten“ gibt. Womit er zweifellos diejenigen Zeitgenossen meint, von denen sich Bundestrainer Jürgen Klopp die Fahne zurückholen möchte. Welcher Partei solche „Vulgärdemokraten“ zuneigen, wollten weder Klopp noch Steinmeier klar sagen. Aber das weiß ja jeder sowieso.

War es wirklich nur Zufall, was fast zeitgleich Bundestagspräsidentin Julia Klöckner der Öffentlichkeit kundtat? Die blonde Weinkönigin mit royalem Selbstbewusstsein droht an, künftig die gesamte AfD- oder Linksfraktion von einer Sitzung des Bundestages bei ungebührlichem Betragen auszuschließen. Auch wenn das eine harte Maßnahme wäre, könnte damit doch in die deutsche Politik wieder jene Harmonie einziehen, die von Existenzängsten gepeinigten Parteien wie denen von Klöckner und Steinmeier neuen Lebensmut einflößen mag!
(pi-news.net)

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