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Auf den letzten Ritt in die Sonne?

Von RAINER K. KÄMPF

So um das Jahr 782 ging es richtig los mit der
Zwangschristianisierung der Sachsen. Karl der Große war bis zur Anspannung genervt von deren Widerspenstigkeit, ließ das Blutgericht von Verden stattfinden und schlachtete sie zu Tausenden ab. Schließlich wurden sie in Karls Reich einverleibt und schworen ihrem bisherigen Glauben ab. Die meisten von ihnen empfanden das als dezidiert unangenehm, fragten sich aber gleichermaßen, ob das Ergebnis die vielen Opfer wert war.

Heute nun glaubt man sich zivilisierter, ist ausdrücklich stolz auf einen eklatanten Mangel an Widerstandsfähigkeit und erspart somit gezwungenermaßen, daß sich das traurige Schicksal der alten Sachsen in seiner Vehemenz wiederholt.

Freundlich, höflich und zuvorkommend schaffen die Bürger der Moderne Möglichkeiten zur Konversion, dank derer diese weit weniger brachial verlaufen wird. Immerhin.

Zuerst ersparen wir uns den Unbill des kriegerischen Einfalls. Das Zauberwort heißt Einladung und zielgerichtet geförderte Ansiedlung. Durch großzügige und nicht ganz selbstlose Subventionen werden Konversionsbetreiber soweit milde gestimmt, lediglich unterschwelligen Zwang auszuüben. Wir machen es ihnen insofern leicht, die Kinder freizugeben, um sie fitmachen zu lassen für deren Zukunft.

Ein bißchen Mobbing müssen sie halt abkönnen. Das macht sie hart und resilient in der bald durch und durch konvertierten Gesellschaft und zum wertvollen Teil eben jener.

Alles deutet auf einen wohldurchdachten und prophetischen Weitblick hin. Sozusagen eine Win-win-Situation: Wir Alten werden uns weitgehend ungestraft und nicht vorzeitig ausgerottet im dahinsiechenden christlich geprägten Abendland auf den letzten Ritt in die Sonne vorbereiten können. Den folgenden Generationen wird dabei erspart, radikale Umbrüche durchstehen zu müssen.

Man könnte glatt vor Rührung zergehen: Der friedliche Übergang in die Neue Welt. Dem Weitblick und der praktizierten politischen Verantwortung aller deutschen Regierungen der Bunten Republik wird unser Dank ewig nachschleichen.
(pi-news.net)

Wenn Denken nicht mehr aufhört: -
Von Felix Kerkhoff

Wenn Denken nicht mehr aufhört
Über Grübeln, Selbstbeobachtung und Gedanken ohne Ende
Viele Menschen kennen diese Erfahrung:
Ein Gedanke führt zum nächsten. Situationen werden erneut durchdacht, Entscheidungen noch einmal überprüft, Gespräche innerlich weitergeführt. Das Denken versucht zu verstehen, zu ordnen und Klarheit zu schaffen – und doch scheint es manchmal kein Ende zu finden.

Dieses Buch beschreibt genau diese Bewegung.

In ruhigen, essayistischen Kapiteln geht es um Gedanken, die sich wiederholen, um Entscheidungen, die im Kopf bleiben, um Selbstbeobachtung, die kein Ende findet, und um den Versuch, alles vollständig zu verstehen. Es geht um den Moment, in dem hilfreiches Nachdenken in Grübeln übergeht, und um die Frage, warum Denken sich so logisch anfühlt, obwohl es keine neue Klarheit mehr bringt.

Der Text betrachtet verschiedene Formen innerer Gedankenbewegung:
Gedanken, die Kontrolle suchen.
Gedanken, die Nähe analysieren.
Gedanken, die versuchen, Erfahrungen vollständig zu ordnen.

Dabei geht es nicht um psychologische Diagnosen oder um Methoden gegen Grübeln. Dieses Buch ist kein Ratgeber und enthält keine Übungen oder Strategien.

Stattdessen beschreibt es eine Erfahrung, die viele Menschen kennen:
den Moment, in dem Denken weitergeht, obwohl nichts mehr zu klären ist.

„Wenn Denken nicht mehr aufhört“ ist ein stiller Text über Grübeln, Selbstbeobachtung und den Wunsch nach Klarheit.

Ein Band aus der Reihe „Texte über innere Klarheit“. (Amazon)