Angst fressen Deutschland auf
Von RAINER K. KÄMPF
Wenn nichts mehr geht, meint das Kartell, setzt es auf Hass. Das kam in der Vergangenheit meistens und scheint verlockend, wenn das unvermeidliche Ende, das in jedem Falle eintrat, geflissentlich ausgeblendet wird.
Ein Hassobjekt nun, das sich das Kartell auserkoren hat, ist ganz offensichtlich die AfD. Dieses Objekt allerdings ist mit einem Makel behaftet, der es zuweilen untauglich scheinen läßt: Die Partei selbst war noch nie in irgendwelcher Regierungsverantwortung. Das erweist sich insofern als blöd, als man ihr schlecht die Verantwortung für die Zustände im Land unterschieben kann. Mehr noch: die Nummer würde regelmäßig nach hinten losgehen und die Protagonisten der Berliner Republik als Tatverdächtige ausweisen.
Alle guten Dinge sind zwei, erinnern sich die Akteure und reaktivieren die Russophobie. Mit allem, was zur Verfügung steht, soll dem Volk der Russenhass eingeimpft werden. Wiedermal. Und damit die Impfkampagne mindestens genauso erfolgreich verläuft wie zur Zeit der Corona-Verbrechen, wird ebenso das bewährte Konzept der Angst genutzt.
Rußland dreht uns den Gashahn ab, plant, Europa zu überrennen und bedro(h)nt zu friedlichen Zwecken genutzte Flugzeuge. Das alles nach Verlautbarung von höchster Stelle akribisch geplant.
Die vielfach herbeiphantasierten Zerrbilder dienen als Begründung für den Niedergang Deutschlands. Der Russe ist an allem schuld. Deshalb gilt es in der kranken Logik der Berliner Blase, ihn zu bekämpfen.
Da allerdings zurzeit die Sterne für eine Neuauflage des Unternehmens „Barbarossa“ denkbar schlecht stehen (wahrscheinlich würde es schon am Übersetzen der Oder scheitern), wird sich bemüht, auf allen anderen denkbaren Gebieten Porzellan unwiderruflich zu zerschlagen.
In einem Wahn, der an Entzugserscheinungen glauben läßt, werden eine Brücke nach der anderen abgerissen. Künftige Historiker mögen überlegen, von einem Nerobefehl auf diplomatischer Ebene sprechen zu wollen.
Der jedoch kam schon damals, Gott sei Dank, nicht in letzter Konsequenz zur Ausführung. Heute stehen die Chancen indes gut, dass das Haßobjekt Nummer eins den Irrsinn nachhaltig sabotieren wird.
Deutschland und seine „Eliten“ täten gut daran, sich mal wieder die Zeit mit Lesen zu vertreiben. Nicht TikTok oder den SPIEGEL, sondern das ein oder andere Geschichtsbuch und die Dokumente dazu.
Als es der neu gegründeten Weimarer Republik nach dem Krieg denkbar schlecht ging und das geschlagene Deutschland als Paria der Staaten des Völkerbundes seine Rolle zugewiesen bekam, waren es verantwortungsbewußte Politiker in Berlin und Moskau, die am 16. April 1922 den Vertrag von Rapallo schlossen.
Dieses Bündnis schuf die Grundlage für das Ende der Isolation Deutschlands und die Möglichkeit des politischen und wirtschaftlichen Neubeginns.
Aus historischer Sicht steht Rapallo bis heute für eine eigenständige deutsche Politik, die sich für den Westen als Schock erwies und Deutschland aus dem diplomatischen und ökonomischen Trümmerfeld wiederauferstehen ließ.
Besinnen wir uns und kehren um!
(pi-news.net)
